Pattern Kinship,
Clouds Recklinghausen
Neun Wolken aus Aluminium, 24,1 Meter Wandlänge, 139 Muster aus 34 Orten der Welt.
Nevin Aladağ
Nevin Aladağ wurde 1972 in Van, Türkei, geboren und wuchs in Stuttgart auf. Sie studierte bis 2000 Bildhauerei bei Olaf Metzel an der Akademie der Bildenden Künste in München. Heute lebt und arbeitet sie in Berlin und ist mit ihrer Kunst international erfolgreich vertreten.
Ausstellungen (Auswahl)
- documenta 14, Athen und Kassel (2017)
- 57. Biennale von Venedig (2017)
- Nevin Aladağ, Lentos Kunstmuseum Linz (AT)
- Nevin Aladağ, ARTER Vehbi Koç Foundation, Istanbul (TR)
- Marsch, Rückwand, Kunsthalle Basel (CH)
- Sound of Spaces, Villa Stuck, München (2021, erste Retrospektive)
- Interlocking, Max Ernst Museum, Brühl
- Das rollende Tamburin, Kunstmuseum Magdeburg (2024)
- Crossing Traces, Hans-Thoma-Kunstmuseum Bernau / Staatliche Kunsthalle Karlsruhe (2025)
Sammlungen (Auswahl)
- Sammlung der Neuen Nationalgalerie, Berlin
- Collection Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, Wien
- Collection Vehbi Koç Foundation, Istanbul
- Pinakothek der Moderne, München
Auszeichnungen (Auswahl)
- Landespreis für Bildende Kunst Baden-Württemberg (2025)
- Kurt-Schwitters-Preis, Hannover (2026)
Einordnung — Dr. Nico Anklam
Pattern Kinship, Clouds Recklinghausen, 2026
von Nevin Aladağ
am 3.7.2026
„Nevin Aladağ ist nicht nur eine der bedeutenderen Künstlerinnen aus Deutschland unserer Zeit, sie hat nun auch eine ortsspezifische Arbeit für Recklinghausen produziert. Aus der fortlaufenden Reihe der „Pattern Kinships" sind mitten in der Stadt ihre „Clouds Recklinghausen" zu sehen, eine Reihe von neun luftigen, metallenen Wolken, die in Tieforange, Enzianblau, über Minzgrün bis Rubinrot über die Mauer am historischen Stadtwall ziehen – und damit sinnbildlich wie tatsächlich den Horizont unserer Stadt mit farbenfrohen Mustern füllen. Die Venedig-Biennale-Teilnehmerin und documenta-Künstlerin, deren Werke in bedeutenden Museen der Welt vertreten sind, ist nunmehr auch in der Ruhrfestspielstadt präsent.
Bemerkenswert ist dabei, dass sich ihre „Clouds" an Mustern aus Kunstwerken, Architektur und Populärkultur orientieren, die die Künstlerin wie eine Sammlerin dekorativer Formen aus der ganzen Welt zusammenträgt. Darunter sind Zaunmuster aus Kopenhagen oder ein metallenes Zierwerk aus Istanbul, eine Fensterfront in New York oder nunmehr auch neun Muster aus Recklinghausen.
Aladağ bedient sich dafür ganz bewusst profaner wie spiritueller, bekannter wie versteckter Räume, an denen sie ihre Motive zu einem gleichberechtigten Mosaik der Muster zusammenfügt. Die visuell attraktive Form entsteht also gerade aus dem unerwarteten Zusammenspiel von Mustern, die sich geografisch wie kulturell selten begegnen. Die titelgebenden „Pattern Kinship", also Muster-Verwandschaften, zeigen gerade in ihrer Unterschiedlichkeit auch eine Nähe zueinander.
Und hier entsteht in Aladağs mit Wasserstrahl aus Aluminium geschnittenen „Clouds", die ab Juli 2026 an der Wand neben der Alten Feuerwache schweben, das, was wir eine himmlische Gemeinschaft der Form nennen könnten. Denn ganz gleich, wo der Ursprung des jeweiligen Musters liegt – ob in Dresden, Kalkutta, Miami oder Recklinghausen –, im Zusammenspiel wird klar: Jede zusammengefügte Wolke ist als akkumuliertes Gesamtbild so viel mehr als die Summe ihrer Teile. So sind also Aladağs bunte Schäfchenwolken, meteorologisch passend „Cumulus" genannt, weithin sichtbare Zeichen des Zusammenhalts am Recklinghäuser Himmel."
Zum Ort
Privat in Auftrag gegebene und finanzierte Arbeit für den öffentlichen Raum in Recklinghausen, eingeweiht am 3. Juli 2026 an der Stützmauer der Parkanlage Florianhof, neben der Alten Feuerwache.
Kontakt: rainer.hans@habi1912.de